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Funktionale Türen im Hotelbau

Repräsentative Innenarchitektur, hohe technische Anforderungen – zum Beispiel an den Brandschutz und die Fluchtweg-Sicherung – und Barrierefreiheit sind heute Standard in den meisten Hotels. Durchgänge spielen hier eine besondere Rolle: Sie müssen oft alle Faktoren zugleich erfüllen – gut aussehen, Brand- und Rauchschutz bieten und weder für Menschen mit Behinderung noch im Brandfall Barriere sein. Das technische Anforderungsprofil an Türen (und Tore) in Hotels ist also komplex. Wir zeigen beispielhafte Lösungen.

Hotelgäste widmen Türen nur wenig Interesse – solange sie sich nur einfach öffnen lassen. Dabei verdienen sie durchaus mehr Beachtung: Die Bauelemente sind komplex konstruierte Anlagen, die Sicherheit, repräsentative Optik und einfache Funktion vereinen. Planer und Verarbeiter wissen das sehr wohl – und schenken den Türen (und Toren) weitaus mehr Aufmerksamkeit. Die Auswahl erfolgt genau abgestimmt auf den Einsatzort und -zweck, ebenso wichtig ist der fachkundige Einbau. In bestimmten Fällen gehört anschließend die regelmäßige Funktionsprüfung zum „Türenleben“. Beispiele aus drei Hotels zeigen, wie das aktuell in der Praxis aussieht.

Scandic Hotel, Hamburg

Flure, Lounge, Tiefgarage, Versorgung – die Stichworte zeigen, dass hier Vielfalt gefragt ist. Der Blick auf die unterschiedlichen Ausprägungen, die die einzelnen Türen aufweisen, verdeutlicht dies: Die einzelnen Funktionen sind für jedes Element genau definiert. Der Brandschutz variiert zwischen T30 und T90, mal mit, mal ohne Rauschschutz. Die werkseitig bereits verzinkten und grundierten Türen erhielten bauseits ihre Endlackierung, andere Elemente kamen als Edelstahl-Ausführung zum Einsatz.

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Durchgänge, die ganztägig offen stehen (sollen), sind mit Feststellanlagen ausgestattet. Barrierefreiheit stellen Drehflügelantriebe sicher, die Fluchtwegsicherung erfolgt über SVP-Schlösser (selbstverriegelnde Panikschlösser) in Verbindung mit Fluchttüröffnern. „Die Türen zur Anlieferung und in der Tiefgarage erhielten zudem Bullaugen. Hier ist es besonders wichtig, dass die Menschen sehen können, ob auf der anderen Seite jemand vor der Tür steht“, erklärt Uwe Brandt, Türen-Experte von Teckentrup. Den Brandschutz-Vorschriften entsprechend sind diese Türen als selbsttätig schließende Feuerschutz-Abschlüsse (T30) ausgeführt. Die Bullaugen sorgen außerdem für mehr Licht in den Räumen. Die Zutrittskontrolle erfolgt über ein elektrisches Kartensystem – analog der Zimmertüren-Sicherung in vielen Hotels.

Eine gemeinsame Klammer sorgt bei aller Variabilität für einheitliche Optik und erfüllt so den ästhetischen Anspruch: Alle Türen sind in einem edlen Anthrazit lackiert. Besonders attraktiv wirkt im Scandic die Tür zur Lounge. Vor allem durch die Lackierung fügt sie sich in das architektonische Konzept der Bar ein, fernab der Optik klassischer Brandschutztüren mit Bandprägung. Da sie als Tür im Fluchtweg liegt, schließt sie – trotz ihrer beeindruckenden Größe – sicher selbsttätig.

Intercity Hotel, Berlin

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Türenvielfalt bietet auch das Intercityhotel Berlin – Technikraum, Gästezimmer, Veranstaltungssaal, alle Räume brauchen die entsprechenden Zugänge. Hier ist neben den Türen ein Tor das technisch-ästhetische Highlight: Als Brandschutz-Schott trennt es den Veranstaltungssaal von der Cateringzone. Damit Personen auch bei geschlossenem Tor in den Saal gelangen bzw. diesen verlassen können, ist es mit einer Schlupftür ausgestattet. So stört es kaum, wenn Gäste während einer Veranstaltung kommen oder gehen – zugleich ist die Tür Fluchtweg für den Notfall. Mit der attraktiven Lackierung in Anthrazit fügt es sich architektonisch gelungen in den Hotelkomplex ein und nimmt elegant die Farbe der Wandvertäfelung an der Tischseite auf.

Im Alltagsgebrauch und wenn die Gäste in den Saal hinein oder aus ihm heraus strömen, steht das Tor einfach offen. Sicherheitseinrichtungen stellen auch dann sicher, dass das Tor bei einem Brandalarm selbsttätig schließt – stromlos.

Die Türen des Intercityhotels sind ebenfalls Anthrazit lackiert – wie auch die Zargen. Je nach Anforderung bieten sie Feuer-schutz (zum Teil mit Rauchschutz). Aufgrund der modularen Bauweise der Türen sehen sie im gesamten Hotel einheitlich aus. So entsteht eine konsistente, ästhetische Optik.

Für den eingesetzten Türtyp sprachen auch Eigenschaften, die nicht sofort ins Auge fallen. „Die Türen sind sehr robust und damit langlebig und schließen sehr leise. Das passt gut zu Hotels – schließlich ist Ruhe ein Qualitätskriterium“, meint Andreas Steckhan, Türen-Experte von Teckentrup, der den Einbau im Intercityhotel begleitete.

Hotel Winters, Berlin

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Auch das dritte Beispiel zeigt, wie sich Funktion und Design in einer gemeinsamen Linie fügen. Im gesamten Techniktrakt gelten zum Beispiel hohe Brandschutzanforderungen bis T90. In den Laufwegen ist Durchsicht gefordert, andere Räume müssen rauchdicht schließen. Im Winters kommt die Feuerschutz-Türen-Serie „Teckentrup 42 und 62“ (T30 / T90) zum Einsatz. Doch tatsächlich ist kaum eine Tür wie die andere: Einige Türen sind mit Verglasung ausgestattet, in den Fluchtwegen halten Haftmagneten die Türen offen. Besonders schützenswerte Räume wie das Lager sind mit erhöhtem Einbruchschutz (Klasse RC 3) ausgestattet. Hier sorgen beispielsweise Zapfen auf der Bandseite und Sicherheitsschlösser dafür, dass Einbruchversuche nicht so leicht gelingen. „Breite Zugänge, zum Beispiel in den Entsorgungsbereich und in den Fluren, bekamen zweiflügelige Elemente“, berichtet Steckhan, der auch im Hotel Winters als technischer Berater beteiligt war.

Quelle Text und Bilder: Teckentrup


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